Das U3-Konzept

1. Eingewöhnungsprozess

Zum Eingewöhnungsprozess brauchen die Kinder die Gegenwart eines vertrauten Erwachsenen, der ihnen die Brücke in die Einrichtung baut. Ohne Eltern oder andere feste Bezugspersonen ( Oma, Opa ) klappt die Eingewöhnung nicht. Erste Besuche finden an zwei Nachmittagen vor Beginn der Sommerferien statt In der ersten Woche zum Kindergartenanfang beginnt die Eingewöhnung. Je nach Anzahl der neuen Kinder kann diese gestaffelt erfolgen. Empfehlenswert ist, wenn in dieser Phase die Bindungsperson des Kindes immer die gleiche ist und entsprechend Zeit mitbringt. Je nach Vorerfahrungen der Kinder dauert der Prozess kürzer oder länger. In einem zur Eingewöhnung gestalteten Flyer erhalten Sie von uns ausführliche Informationen zum Ablauf des Eingewöhnungsprozesses. In den ersten drei Tagen wird meist auf eine Trennung der Bindungsperson verzichtet (außer das Kind gibt deutliche Signale das es schon eine Trennung zulässt). Anschließend sind ein freundlicher, kurzer, deutlicher Abschied und die Absprache über die Dauer des Aufenthaltes wichtig. Es empfiehlt sich die Kinder in den ersten Tagen für ca. zwei bis drei Stunden in der Einrichtung zu lassen und diese Zeitspannen langsam zu erhöhen. Selbstverständlich können die Kinder wichtige Kuscheltiere o.ä. mitbringen. Nach spätestens 14 Tagen sollte der Prozess abgeschlossen sein. In dieser Phase sind der tägliche Austausch und die Absprachen mit den Eltern von großer Bedeutung für uns, ebenso findet in den ersten Tagen ein Gespräch zu Gewohnheiten des Kindes statt, das protokolliert wird. Damit haben alle Erzieherinnen wichtige Informationen zum Kind in der ersten Zeit immer zur Hand. Die Eingewöhnung wird für die ersten acht Wochen detailliert dokumentiert, nach diesen acht Wochen findet ein Austausch mit den Eltern statt. In diesen Wochen ist eine ständige Erreichbarkeit der Bindungspersonen nötig.

2. Beziehungsvolle Pflege und Selbstständigkeit

Die beziehungsvolle Pflege ist ein bedeutsamer Aspekt bei der Betreuung der Kinder unter drei Jahren. Sie erfordert viel Zeit und Aufmerksamkeit in der die Kinder lernen wie Menschen miteinander umgehen und sprechen. In Abhängigkeit der Bedürfnisse der Kinder sollen sie in dieser Zeit eine intensive, feinfühlige Zuwendung erfahren. Die sprachliche Ankündigung aller Handlungen, die Benennung von Körperteilen, die Einladung zur Kooperation beim An- und Ausziehen und angemessene Kitzel- und Streichelspiele gehören zu den wichtigsten Punkten in diesem Bereich. Ihn der kleinen, altersgemischten Gruppe übernimmt wechselweise jeweils eine Erzieherin für eine Woche den Pflegebereich. Durch Absprachen im Team versuchen wir die Abläufe beim Hände waschen, Zähne putzen, Aus/Anziehen usw. möglichst gleich zu gestalten um den Kindern Orientierung zu geben. Je nach Bedürfnislage des Kindes planen wir ca. 15 Minuten Pflegezeit und manchmal länger pro Kind ein. Für die Erzieherinnen ist das Tragen von Handschuhen Pflicht und nach jedem Wickelvorgang wird die Unterlage desinfiziert. Alle Kinder, auch die Kleinen, putzen altersentsprechend ihre Zähne und werden zur Selbstständigkeit animiert. Pampers, Feuchttücher, Cremes usw. bringen die Eltern mit. Neigt sich der Bestand dem Ende zu oder ergibt sich ein anderes Bedürfnis werden die Eltern von den Erzieherinnen informiert. Im Garderobenbereich der Gruppe hat jede Familie die Möglichkeit diese Dinge zu lagern. Mit zunehmender Selbstständigkeit der Kinder verändert sich die Pflegesituation und geht über in die Sauberkeitserziehung.

3. Sauberkeitserziehung

In dieser Phase benötigen die einzelnen Kinder oft noch mehr Zeit und Geduld, da die Herausforderung Aus/Anziehen, auf Töpfchen oder Toilette gehen oft noch dauern und ggf. ständig wiederholt werden müssen, da es mit dem ** sauber sein ** nicht immer sofort klappt. Durch intensives Beobachten der Bedürfnisse der Kinder ergibt sich der übergang oft ganz ungezwungen und natürlich, da die Kinder durch die Beobachtung der älteren sehr rasch einen Schritt weiter wollen. Hier ist es uns ganz wichtig dass das Kind von selber kommen soll oder unsere Angebote freiwillig annimmt, aber zu nichts gezwungen wird. Im intensiven Austausch durch tägliche, kurze Gespräche in dieser Zeit mit den Eltern werden die Kinder bei diesem Schritt von uns begleitet und jeder Erfolgsschritt wird positiv herausgestellt. Und sollte der Zeitpunkt dann doch noch nicht passen, starten wir später einen neuen Versuch. In dieser Zeit brauchen wir ganz viel Wechselkleidung.

4. Trotzphasen

Parallel mit der Sauberkeitserziehung verlaufen oft die Trotzphasen der Kinder. Dies ist in manchen Fällen eine sehr intensive, schwierige Zeit für die Gruppe, die Eltern, die Erzieherinnen und vor allem für das Kind. Grundsätzlich sehen wir die Trotzphasen als anstrengend, aber notwendig für die Entwicklung der Kinder. Auslöser ist die Entdeckung des Ichs und das Kind versucht sich vom ständigen Einfluss der Erwachsenen zu lösen und möchte seinen eigenen Willen durchsetzen. Meist ist Eigensinn eine Reaktion auf eine Forderung oder die überschätzung der eigenen Fähigkeiten und verbunden mit Wut und Gefühlsausbrüchen. Während eines Trotzanfalls versuchen wir abhängig von Zeit und Raumangebot, sowie Gruppenreaktionen so weit wie möglich passiv und ruhig zu sein. Je nach Situation kann es Kompromisse geben. Sollte das Kind aber anhaltend und laut trotzen, ergibt sich die Möglichkeit zum Ausleben dieses Moments nur im Nebenraum der Gruppe. In dieser Situation suchen wir immer wieder den Kontakt und das Gespräch zum Kind bis es sich wieder beruhigt hat. Diese Situation kann für Außenstehende leicht zu Missverständnissen führen, aber manchmal ist sie nicht zu vermeiden. Sie können gerne immer bei uns nachfragen und ganz sicher ist, dass wir in dieser Phase engen Kontakt zu den betroffenen Eltern des Kindes haben und die Maßnahmen und den Umgang für die Zeit des Trotzanfalls abstimmen. Ist die ** trotzige ** Zeit dann vorbei, haben die Kinder einen wichtigen Schritt in die Selbstständigkeit getan.

5. Essen / Trinken

In der kleinen, altersgemischten Gruppe werden die Kinder ihrem Alter entsprechend mit Essen und Trinken versorgt. Um den Eltern eine übersicht der Nahrungsaufnahme ihrer Kinder zu ermöglichen führen wir eine Liste auf der wir die Nahrungsmenge vermerken.. Die ganz Kleinen erhalten Flaschennahrung und ggf. Gläschen und Trinkflaschen nach Bedarf und Anweisung der Eltern. Die Nahrung wird von den Eltern mitgebracht, ebenso die Flaschen, die bei uns täglich ausgekocht werden. Der Tag beginnt mit Frühstück, Zwischenmahlzeiten sind möglich. Ist der übergang geschafft und die Kinder sitzen mit am Mittagstisch ( Kleine im Hochstuhl ), beginnt das Mittagessen um 12.30 Uhr. Für Kinder die dann noch schlafen wird Essen zurückgestellt. Vor dem Essen waschen alle die Hände. Nachdem alle am Tisch sitzen (die Kleinen nehmen meist dien gleichen Plätze ein ) stellen die Erzieherinnen das jeweilige Tagesgericht vor. Danach reichen sich alle die Hände und sprechen den Gruppentischspruch. Mindestens zwei Erzieherinnen begleiten die Mittagssituation und die Fütterkinder sitzen neben den Erzieherinnen. In der Gruppe gelten dann die Hausregeln zum Essen. Während des gesamten Tages steht den Kindern auf einem Trinktisch immer Sprudel zur Verfügung. Die Erzieherinnen erinnern regelmäßig ans Trinken und die Kleinen bekommen natürlich regelmäßig ihre Flasche oder Trinkangebote aus dem Becher. Um 15.00 Uhr ist ** Obstrundenzeit **. Hier treffen sich alle Kinder um gemeinsam Obst oder sonstige leckere Sachen vom Tag zu essen.

6. Mittagsschlaf / Ruhephasen

Mit Blick auf den Alltag in der Kindertagesstätte sind wir bemüht den Schlaf/ Wachrhythmus der Kinder zu berücksichtigen und ihnen ihre Schlafenszeiten zu ermöglichen. Hierzu lagern wir von zu Hause mitgebrachte Schnuller in Schnullerboxen und wichtige Kuscheltiere oder Utensilien finden Ihren Platz und Einsatz in unserer Gruppe. Für die Kleinen benötigen wir Schlafsäcke der Jahreszeit entsprechend. Einmal in der Woche oder nach Bedarf werden diese von uns gewaschen. Kinder, die nicht mehr schlafen werden zum Ausruhen motiviert und die Zeit nach dem Essen bis ca. 14.00 Uhr wird als Mittagsruhe bezeichnet, in der die Kinder zum Teil schlafen und ausruhen. Die spielenden Kinder sind angehalten in einer ruhigen Art und Weise zu agieren und kommunizieren. In den meisten Fällen gewöhnen sich die Kleinen daran ihr Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf im Rahmen einer regelmäßigen, ritualisierten Ruhezeit zu finden.

7. Sprache

Die Sprachentwicklung im zweiten und dritten Lebensjahr ist die wohl auffälligste Veränderung der Kinder. Sprache kann sich nur dann reich entwickeln, wenn die Kinder viele Bewegungserfahrungen machen können und auch die Wahrnehmungsförderung und vertraute Beziehungen zu Erwachsenen, die die Signale der Kinder verstehen und zu entziffern wissen, als Grundlage dienen. Das kostet Zeit und wir möchten den Kindern viele Fragen stellen, ihnen gut zuhören und sind immer zur Kommunikation mit den Kindern bereit. Wir bemühen uns grammatikalisch einwandfrei zu sprechen, einen reichen Wortschatz zu verwenden, jede Handlung verbal zu begleiten und uns deutlich zu artikulieren. Jede Frage des Kindes möchten wir einfach u8nd verständlich beantworten. Vermeiden wollen wir mit den Kindern in einer verniedlichten Kindersprache zu sprechen.

8. Bewegung

Kinderwelt ist Bewegungswelt und so führt der Weg in die Selbstständigkeit über Bewegung. Durch und über Bewegung erlebt, erfährt und begreift das Kind seine Umwelt und seinen Erfahrungsraum.

9. Erziehungspartnerschaft mit Eltern

Eine gelungene Erziehungspartnerschaft, basierend auf gegenseitiger Akzeptanz von Eltern und Erzieherinnen wirkt sich positiv auf die pädagogische Arbeit und auf die Zufriedenheit der Eltern aus. Kinder, die die Eltern/ Erzieher Beziehung als interessiert und respektiert erleben, können sich wohl und geborgen fühlen. Im täglichen, kurzen Austausch über den Tag, mit der Dokumentation der eingenommenen Mahlzeiten, Informationen zur Verdauung und sonstigen Ereignissen des Tages bekommen die Eltern einen Blick für die Situation ihres Kindes. Manche Problematik kann hier schon schnell eine Lösung finden, bei akutem Gesprächsbedarf bemühen wir uns immer zeitnah Raum für ein Gespräch in Ruhe zu finden. Mit Terminabsprache sind ausführliche Gespräche sicher gestellt. Ein ausführliches Gespräch zum Kind in der Eingewöhnungswoche, eines nach abgeschlossener Eingewöhnungszeit, sowie jährliche Entwicklungsstandgespräche sind Grundlage der Zusammenarbeit.